Wann Google eine Bewertung löscht
Google entfernt Bewertungen nicht, weil sie schlecht sind, sondern nur, wenn sie gegen die eigenen Richtlinien verstoßen. Für Handwerksbetriebe sind vor allem diese Fälle wichtig:
- Fake und Spam: Bewertungen von Personen, die nie Kunde waren, Massenbewertungen oder Bewertungen von Konkurrenten.
- Interessenkonflikt: Ein Mitbewerber oder ein ehemaliger Mitarbeiter bewertet deinen Betrieb.
- Beleidigungen und Hetze: Beschimpfungen, Drohungen, diskriminierende Aussagen.
- Kein Bezug zum Betrieb: Die Bewertung handelt von etwas ganz anderem, etwa von Politik oder einem anderen Unternehmen.
- Persönliche Daten: Die Bewertung nennt zum Beispiel private Telefonnummern oder Namen von Mitarbeitern in herabsetzender Weise.
Was Google in der Regel nicht löscht: eine echte Kundin, die mit der Terminabsprache unzufrieden war und zwei Sterne gibt. Auch wenn du das anders siehst, ist das eine Meinung, und Meinungen sind geschützt.
Schritt 1: Die Bewertung bei Google melden
Der erste Weg ist immer die Meldung direkt bei Google. Sie kostet nichts:
- Im Unternehmensprofil die Rezensionen öffnen. Am einfachsten über die Google-Suche, angemeldet mit dem Konto, das dein Profil verwaltet.
- Bei der Bewertung auf die drei Punkte tippen und „Rezension melden“ bzw. „Als unangemessen melden“ wählen.
- Den passenden Grund auswählen, zum Beispiel „Interessenkonflikt“ oder „Spam“. Je genauer, desto besser.
- Status verfolgen. Google bietet ein Tool zur Verwaltung von Rezensionen, in dem du siehst, ob die Meldung geprüft wurde, und gegen eine Ablehnung einmal Einspruch einlegen kannst.
Die Prüfung dauert meist einige Tage. Wird die Meldung abgelehnt, lohnt sich der Einspruch vor allem dann, wenn du belegen kannst, dass es nie einen Auftrag gab.
Schritt 2: Rechtlich gegen die Bewertung vorgehen
Hilft die Meldung nicht, bleibt der rechtliche Weg. Entscheidend ist dabei der Unterschied zwischen Meinung und Tatsache:
- Meinungen wie „unfreundlich“ oder „zu teuer“ sind grundsätzlich erlaubt, solange sie nicht in reine Beleidigung kippen.
- Falsche Tatsachenbehauptungen wie „Die Firma ist nie erschienen“, obwohl der Termin stattfand, muss niemand hinnehmen.
- Kein Kundenkontakt: Kannst du keinen Auftrag, kein Angebot und keinen Kontakt zuordnen, kannst du das gegenüber Google konkret bestreiten. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs müssen Bewertungsportale einer solchen Beanstandung nachgehen.
Google hat dafür ein eigenes Formular für rechtliche Beschwerden. Ein Anwalt für Medien- oder Wettbewerbsrecht kann das Verfahren deutlich beschleunigen. Lass dir vorher sagen, mit welchen Kosten du rechnen musst, und wäge ab, ob eine einzelne Bewertung den Aufwand wert ist.
Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fällen wende dich an einen Anwalt.
Löschagenturen: was sie können und kosten
Wer „Google-Bewertungen löschen lassen“ sucht, landet schnell bei Agenturen, die genau das anbieten. Seriöse Anbieter machen im Kern das, was oben steht: Richtlinienverstöße begründet melden und bei Bedarf mit Partneranwälten nachfassen. Abgerechnet wird meist pro Bewertung, oft nur bei Erfolg.
Darauf solltest du achten:
- Keine Garantie-Versprechen. Niemand kann eine echte, zulässige Kundenmeinung löschen lassen. Wer „100 Prozent“ verspricht, ist unseriös.
- Klare Kosten vorab. Lass dir den Preis pro Bewertung schriftlich geben, bevor du etwas freigibst.
- Lohnt es sich? Bei einer offensichtlich falschen Bewertung vielleicht. Bei einer ehrlichen, aber unangenehmen Bewertung ist das Geld in neue Bewertungen besser angelegt.
Richtig auf negative Bewertungen antworten
Deine Antwort liest nicht nur der Verfasser, sondern jeder künftige Kunde. Eine ruhige, sachliche Antwort wirkt oft stärker als jede Löschung, weil sie zeigt, wie du mit Problemen umgehst. Drei Regeln: nicht persönlich werden, keine Kundendaten nennen, ein Angebot zur Klärung machen.
Antworte möglichst innerhalb von ein, zwei Tagen. Und antworte auch auf die guten Bewertungen, ein kurzes Danke reicht. Das zeigt, dass dein Betrieb erreichbar ist.
Die beste Strategie: mehr echte Bewertungen
Die ehrlichste und auf Dauer wirksamste Lösung ist nicht das Löschen, sondern das Verdünnen. Eine Zwei-Sterne-Bewertung unter acht Bewertungen zieht den Schnitt deutlich nach unten. Unter sechzig Bewertungen fällt sie kaum noch auf, und Kunden sehen, dass die große Mehrheit zufrieden ist.
Dafür brauchst du einen festen Ablauf: Nach jeder Abnahme wird um eine Bewertung gebeten, persönlich und mit QR-Code oder Link. Mit unserem kostenlosen QR-Code-Generator für Google-Bewertungen erstellst du dafür in einer Minute eine Karte zum Ausdrucken.
Finger weg: Bewertungen kaufen
Gekaufte Bewertungen klingen nach der schnellen Abhilfe. Sie sind aber seit Mai 2022 nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) ausdrücklich verboten, und Google erkennt und löscht sie immer öfter. Im schlimmsten Fall bekommt dein Profil einen öffentlichen Warnhinweis. Das Risiko steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Wie steht dein Betrieb bei Google da?
Wir prüfen kostenlos dein Unternehmensprofil, deine Bewertungen und bei welchen Suchbegriffen du in deiner Region gefunden wirst. Dazu bekommst du die drei wichtigsten Verbesserungen und einen Entwurf für deine Startseite.
Häufige Fragen
Kann man Google-Bewertungen selbst löschen?
Als Inhaber nicht. Du kannst eine Bewertung nur bei Google melden. Löschen kann sie nur Google selbst oder der Verfasser.
Wie lange dauert es, bis Google eine gemeldete Bewertung löscht?
Meist einige Tage, manchmal länger. Den Stand siehst du im Tool zur Verwaltung von Rezensionen. Wird die Meldung abgelehnt, kannst du einmal Einspruch einlegen.
Was kostet es, Google-Bewertungen löschen zu lassen?
Die Meldung bei Google ist kostenlos. Agenturen rechnen meist pro Bewertung ab, oft erfolgsabhängig. Ein Anwalt rechnet nach Aufwand oder Streitwert. Frag vorher immer nach den Kosten.
Muss Google eine Bewertung löschen, wenn der Verfasser nie Kunde war?
Wenn du konkret bestreitest, dass es einen Kundenkontakt gab, muss Google der Sache nachgehen. Kann der Verfasser den Kontakt nicht plausibel machen, wird die Bewertung in der Regel entfernt.
Soll ich auf eine negative Bewertung antworten?
Ja, sachlich und zeitnah. Die Antwort lesen alle künftigen Kunden. Eine ruhige Antwort mit einem Gesprächsangebot macht oft mehr Eindruck als die Bewertung selbst.
Mehr gute Bewertungen, mehr Anfragen
Wir prüfen kostenlos, wie dein Betrieb bei Google dasteht, und zeigen dir die drei wichtigsten Verbesserungen.
Kostenlosen Google-Check anfordern →