Woraus Anfahrtskosten bestehen
Anfahrtskosten haben zwei Bestandteile, und die meisten Betriebe unterschätzen den zweiten:
- Fahrzeugkosten: Kraftstoff, Wertverlust, Versicherung, Steuer, Wartung und Reifen, umgerechnet auf den Kilometer.
- Arbeitszeit: Die Zeit im Auto ist bezahlte Arbeitszeit, in der niemand etwas Verkaufbares tut. Sie wird mit dem Stundenverrechnungssatz bewertet, nicht mit dem Lohn.
Ein Beispiel mit den Startwerten im Rechner: 25 Kilometer einfach, hin und zurück also 50 Kilometer, zwei Monteure, 63 Euro Stundensatz. Die Fahrzeugkosten liegen bei 30 Euro, die Arbeitszeit bei 126 Euro. Zusammen kostet die Fahrt 156 Euro netto, bevor ein Handgriff getan ist.
Pauschale, Kilometer oder Zonen?
| Modell | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Feste Anfahrtspauschale | Einfach, gut planbar für Kunden | Bei weiten Fahrten zu niedrig, bei kurzen zu hoch |
| Abrechnung nach Kilometer und Zeit | Genau | Für Kunden schwer vorherzusagen |
| Zonen nach Entfernung | Fair und trotzdem einfach | Einmal sauber festlegen |
Für die meisten Betriebe sind Zonen der beste Kompromiss. Zum Beispiel: bis 10 Kilometer, bis 20, bis 30 und bis 50 Kilometer, jeweils mit festem Betrag. Der Rechner oben erstellt dir diese Liste mit deinen eigenen Werten.
Was ein Kilometer wirklich kostet
Viele rechnen nur mit dem Sprit. Bei einem Transporter kommen aber Wertverlust, Versicherung, Steuer, Wartung und Reifen dazu. Je nach Fahrzeug, Alter und Fahrleistung liegen die Vollkosten oft zwischen 0,40 und 0,80 Euro je Kilometer. Den genauen Wert für dein Fahrzeug bekommst du, wenn du alle Fahrzeugkosten eines Jahres durch die gefahrenen Kilometer teilst.
So kommunizierst du Anfahrtskosten
- Immer vorher nennen. Anfahrtskosten gehören ins Angebot oder den Kostenvoranschlag. Was vorher nicht vereinbart war, sorgt auf der Rechnung für Ärger.
- Als Zone statt als Rechnung. „Anfahrt Zone 2: 69 Euro“ versteht jeder. Eine Rechnung mit Kilometern und Minuten lädt zum Nachrechnen ein.
- Verrechnen, wenn es passt. Manche Betriebe verrechnen die Anfahrt für das Aufmaß mit dem späteren Auftrag. Das ist ein gutes Argument im Verkauf, solange es in der Kalkulation steckt.
- Bei Privatkunden mit Mehrwertsteuer. Endkunden musst du Preise inklusive Mehrwertsteuer nennen.
Fahrzeiten senken
Der beste Weg zu niedrigeren Anfahrtskosten sind kürzere Wege: Termine nach Gebieten bündeln, Aufmaße mit Montagen in der Nähe kombinieren und vor allem mehr Aufträge aus dem eigenen Umkreis gewinnen. Je mehr Kunden aus deiner Region kommen, desto weniger Zeit verbringt dein Team auf der Straße.
Genau dafür sind das Google-Unternehmensprofil und regionale Anzeigen da: Sie bringen Anfragen aus dem Umkreis, den du selbst festlegst.
Häufige Fragen
Wie hoch ist eine übliche Anfahrtspauschale für Handwerker?
Das hängt von Gewerk, Region und Entfernung ab. Im Nahbereich sind Pauschalen von 30 bis 60 Euro verbreitet, bei weiteren Strecken entsprechend mehr. Entscheidend ist, dass deine Pauschale deine echten Kosten deckt. Genau dafür ist der Rechner da.
Darf ich Anfahrtskosten berechnen, wenn kein Auftrag zustande kommt?
Ja, wenn du das vorher mit dem Kunden vereinbart hast, zum Beispiel für ein Aufmaß oder eine Beratung vor Ort. Ohne Vereinbarung wird es schwierig. Sag es deshalb schon bei der Terminvereinbarung.
Zählt die Fahrzeit als Arbeitszeit?
Für deine Mitarbeiter in der Regel ja, wenn sie vom Betrieb zum Kunden fahren. Deshalb gehört die Fahrzeit mit dem Stundensatz in die Anfahrtskosten.
Wie berechne ich die Kilometerkosten für meinen Transporter?
Alle Fahrzeugkosten eines Jahres zusammenzählen, also Kraftstoff, Wertverlust, Versicherung, Steuer, Wartung und Reifen, und durch die gefahrenen Kilometer teilen.
Muss ich Anfahrtskosten mit Mehrwertsteuer angeben?
Gegenüber Privatkunden ja, Preise müssen dort inklusive Mehrwertsteuer genannt werden. Der Rechner zeigt dir beide Werte.
Mehr Aufträge aus deinem Umkreis
Wir schalten Anzeigen nur in deiner Region, rufen jede Anfrage an und buchen Aufmaßtermine in deinen Kalender.
7 Tage gratis testen →