1. Handwerkerportale
Auf Handwerkerportalen und Kleinanzeigen-Plattformen (bekannte Beispiele sind MyHammer, Check24 Profis oder Blauarbeit) stellen Privatkunden ihre Vorhaben ein, und Handwerker können sich darauf melden. Der große Vorteil: Du bekommst schnell Kontakte, ohne selbst Werbung zu machen.
Worauf du achten solltest: Je nach Modell können sich mehrere Betriebe auf denselben Auftrag melden. Dann vergleicht der Kunde Angebote, und der Preis spielt eine größere Rolle. Bezahlt wird je nach Portal per Abo, pro Kontakt oder pro abgegebenem Angebot. Die genauen Konditionen ändern sich regelmäßig, prüf sie deshalb direkt beim Anbieter und rechne immer mit den Kosten pro gewonnenem Auftrag, nicht pro Kontakt.
Gut für: kleinere Aufträge, den Start und Lücken im Kalender. Weniger gut für: Betriebe, die über Qualität statt über Preis verkaufen.
2. Gekaufte Leads von Vermittlern
Vermittlungsplattformen sammeln Anfragen für größere Projekte, etwa Fenster, Dächer oder Wintergärten, und geben sie gegen Gebühr an Fachbetriebe weiter. Frag vor dem Start nach, ob eine Anfrage nur an dich oder an mehrere Betriebe geht und wie genau sie vorqualifiziert ist. Mehr dazu, mit Rechenbeispiel, im Ratgeber Handwerker Leads kaufen: sinnvoll oder Geldverschwendung?
3. Öffentliche Ausschreibungen
Gemeinden, Landkreise und öffentliche Bauherren müssen viele Aufträge ausschreiben. Du findest sie auf Vergabeplattformen von Bund und Ländern, zum Beispiel über service.bund.de, sowie auf den Vergabeportalen der Kommunen. Dazu kommen kostenpflichtige Ausschreibungsdienste, die nach Gewerk und Region filtern.
Öffentliche Aufträge sind sicher bezahlt und oft groß. Dafür brauchst du Geduld für Formulare, Nachweise und Fristen, und am Ende gewinnt häufig das günstigste Angebot.
4. Kooperationen und Subaufträge
Bauträger, Generalunternehmer, Architekten und Hausverwaltungen vergeben regelmäßig Arbeiten an Handwerksbetriebe. Auch Baumärkte und Hersteller suchen Montagepartner. Diese Aufträge kommen planbar und in Serie, die Margen sind aber oft knapp und du bist vom Auftraggeber abhängig.
Tipp: Ein persönlicher Besuch mit Referenzmappe bei zwei, drei Hausverwaltungen in deiner Region bringt oft mehr als jede Online-Plattform.
5. Empfehlungen gezielt anstoßen
Empfehlungen sind die besten Aufträge: Der Kunde vertraut dir schon, bevor du anrufst, und der Preis ist selten das Hauptthema. Die meisten Betriebe überlassen Empfehlungen aber dem Zufall. Besser ist ein fester Ablauf: Bei jeder Abnahme fragen, ob es im Bekanntenkreis jemanden mit ähnlichem Vorhaben gibt, und zwei Visitenkarten dalassen.
6. Google-Unternehmensprofil
Wer „Schreiner in der Nähe“ sucht, sieht zuerst die Karte mit drei Betrieben. Dort zu stehen, ist für viele Handwerker der wichtigste kostenlose Kanal überhaupt. Entscheidend sind ein vollständiges Profil, die richtige Kategorie und regelmäßig neue Bewertungen.
Wie du dein Profil anlegst, steht in der Anleitung Google-Unternehmensprofil erstellen. Für mehr Bewertungen gibt es unseren kostenlosen QR-Code-Generator für Google-Bewertungen.
7. Die eigene Website
Fast jeder Kunde schaut sich deine Website an, bevor er anruft, egal ob er über eine Empfehlung, Google oder eine Anzeige kommt. Eine veraltete Seite kostet dich Aufträge, die du nie bemerkst. Was eine gute Handwerker-Website braucht, steht auf unserer Seite Website für Handwerker.
8. Eigene Anzeigen auf Facebook und Instagram
Mit eigenen Anzeigen erreichst du Hausbesitzer in deiner Region, bevor sie überhaupt auf einem Portal suchen. Die Anfragen gehören nur dir, du bestimmst Budget, Region und Botschaft. Gerade für Bauelemente wie Terrassendächer, Fenster, Haustüren oder Carports funktioniert das sehr gut, weil sich die Ergebnisse in Bildern zeigen lassen.
Der Haken: Es braucht ein paar Wochen, bis eine Kampagne rund läuft, und jede Anfrage muss schnell nachgefasst werden. Was das kostet, haben wir offen aufgeschlüsselt: Was kostet Meta-Werbung für Handwerker?
Alle Wege im Vergleich
| Weg | Tempo | Exklusiv? | Kosten |
|---|---|---|---|
| Handwerkerportale | sofort | meist nicht | laufend, pro Kontakt oder Abo |
| Gekaufte Leads | sofort | selten | pro Lead |
| Ausschreibungen | Wochen bis Monate | nein | Zeit für Angebote |
| Kooperationen | mittel | ja | knappe Margen |
| Empfehlungen | langsam | ja | fast keine |
| Google-Profil | mittel | ja | kostenlos, Zeit |
| Eigene Website | mittel | ja | einmalig + Pflege |
| Eigene Anzeigen | wenige Wochen | ja | Werbebudget |
Die Übersicht beschreibt typische Geschäftsmodelle, keine einzelnen Anbieter. Stand: Oktober 2026. Konditionen ändern sich, bitte direkt beim jeweiligen Anbieter prüfen. Die Kunden Maschine steht mit keinem der genannten Portale in einer Geschäftsbeziehung.
Welcher Weg passt zu deinem Betrieb?
Die ehrliche Antwort: nicht einer, sondern eine Mischung. Bewährt hat sich diese Reihenfolge:
- Fundament legen: Google-Unternehmensprofil und eine Website, die Anfragen bringt. Das brauchst du für jeden anderen Kanal.
- Empfehlungen und Bewertungen zum festen Ablauf machen. Kostet fast nichts und wirkt jedes Jahr stärker.
- Einen planbaren Kanal aufbauen, der exklusive Anfragen bringt, zum Beispiel eigene Anzeigen.
- Portale und gekaufte Leads nur als Brücke für Lücken, nicht als Dauerlösung.
Häufige Fragen
Wo finden Handwerker am schnellsten Aufträge?
Am schnellsten über Handwerkerportale und gekaufte Leads. Je nach Modell konkurrierst du dort mit mehreren Betrieben. Für dauerhaft gute Aufträge sind Empfehlungen, Google und eigene Anzeigen besser.
Wie bekomme ich als Handwerker Aufträge von Privatkunden?
Privatkunden suchen vor allem bei Google und vertrauen Bewertungen und Empfehlungen. Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil, eine gute Website und eigene Anzeigen in deiner Region bringen die meisten privaten Anfragen.
Lohnen sich Handwerkerportale?
Für kleinere Aufträge und als Einstieg können sie sich lohnen. Prüf vorher, wie viele Betriebe sich auf einen Auftrag melden können und was ein Kontakt kostet. Rechne die Kosten pro gewonnenem Auftrag und vergleiche sie mit anderen Wegen.
Wo finde ich öffentliche Ausschreibungen für Handwerker?
Auf den Vergabeplattformen von Bund, Ländern und Kommunen, zum Beispiel über service.bund.de. Daneben gibt es kostenpflichtige Ausschreibungsdienste, die nach Gewerk und Region filtern.
Gibt es kostenlose Aufträge für Handwerker?
Kostenlos im Sinne von „ohne Werbekosten“ sind vor allem Empfehlungen und Aufträge über dein Google-Unternehmensprofil. Beides kostet aber Zeit und einen festen Ablauf, damit es zuverlässig funktioniert.
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